Trilogie der Stille

Rudolph Julas Salon, der während drei Abenden im Literaturhaus Zürich stattfinden wird, bietet Raum für Meinungsbildung vor Ort, mit Filmen, Musik, Lesungen, im Dialog mit einem eingeladenen Gast und - als Gegenentwurf zur medialen Öffentlichkeit - im Gespräch mit dem Publikum. Impulsgeber dieser Trilogie war das Friedhofsforum Zürich. Die Abende reflektieren drei Möglichkeiten des Umgangs mit dem Tod, drei Vorstellungen, die sich mit einem Friedhof als Ort der ewigen Ruhe verbinden. Ein Ort der Trauer. Der letzten Fragen. Ein Ort, den man als letzte irdische Station vor dem Scheideweg zwischen Himmel und Hölle betrachten kann.

Das Ritual der Sehnsucht

In den alljährlich stattfindenden Riten der Ashura vergegenwärtigen schiitische Muslime jedes Jahr den Tod des Imam Hussein, der bei der legendären Schlacht von Kerbala im Jahr 680 fiel. Die Rituale sind Ausdruck von Schmerz und Sehnsucht - und sie führen zurück zum Ursprung einer Glaubensspaltung zwischen Schiiten und Sunniten, deren Auswirkungen die Welt bis heute bewegt.

Künstlerischer Beitrag: Ashura-Dokumentation, Rudolph Jula und Alexander Boethius

Zu Gast im Salons ist Wilfried Buchta, Islamwissenschaftler und Autor, Berlin

19.3.2015 19.30 Uhr



Lebensformen, Todesarten

Anfang und Ende des Lebens, Empfängnis und Tod, schienen lange als gottgewollte Momente, der Entscheidung des Menschen entzogen. Diese Vorstellung hat sich radikal verändert, Fortpflanzungsmedizin und Sterbehilfe greifen in die Prozesse ein. Verändert sich das Leben an sich, wenn Anfang und Ende durch Technik und Menschenhand gestaltet werden und nicht mehr, wie einst, als Schicksal angenommen werden?

Künstlerischer Beitrag: Stimmen aus Literatur und Philosophie, gelesen von Rebekka Burckhardt und Bodo Krumwiede. Visualisierung und Film von Yves Steiner

Zu Gast im Salon ist Sibylle Lewitscharoff, Schrifststellerin, Berlin

31.3. 2015 19.30 Uhr



Eine Nacht in der Hölle

Hölle. Das Wort klingt nach Mittelalter, nach alten Kirchengemälden und Predigten von gestern. Und doch wir verwenden es noch immer ganz alltäglich, als Metapher für Qualen, von denen es kein Entrinnen gibt. Lässt uns die Vorstellung nicht los? Vielleicht kann diese Hölle ganz anders aussehen, als Religionen sie sich vorgestellt haben. Vielleicht ist sie gegenwärtig, hier, unter uns? Eine Annäherung an den Ort der Finsternis.

Künstlerischer Beitrag: Dante und ein Pasolini-Film in Worten, gelesen von Michael Neuenschwander, musikalisch begleitet von Mara Micchiche

Zu Gast im Salon ist Stefan Zweifel, Publizist und Philosoph

11.4. 2015 20.30 Uhr



Gäste des Salons:

Wilfried Buchta
Sibylle Lewitscharoff
Stefan Zweifel

Die Trilogie der Stille entstand in Zusammenarbeit mit:

Friedhof Forum Zürich
Literaturhaus Zürich
F+F Schule für Kunst und Design
Backyard Stories

An den künstlerische Beiträgen der Abende haben mitgewirkt:

Lesung:
Michael Neuenschwander
Rebekka Burckhardt
Bodo Krumiwiede
Film:
Alexander Boethius
Yves Steiner
Musik:
Mara Micchiche
Grafik:
Anna-Lena Pontet
Lea Grueber

Produktion:
Katerina Gnehm
Technische Leitung:
David Borter
Raphael Zürcher

Besonderen Dank für ihre Unterstützung:

Christine Süssmann
Gesa Schneider
Miriam Hefti