DIE MESSIAS-TRILOGIE

Messias1: Die Erlöser der Weltpolitik

 

Erlöserfiguren betreten die politische Bühne: ihre Botschaften sind grundlegend verschieden, die Wirkung verblüffend gleich. Hysterische Massen, hingerissen und zu Tränen gerührt. Blicke voll glühender Erwartung, nach oben gerichtet - zu ihm, dem Retter der Welt. Sie werden als Messias gefeiert. Sie scheinen nicht vom Volk, sondern vom Schicksal gewählt.

 

Sie haben die Gabe der charismatischen Herrschaft und verwandeln den Augenblick der grössten Not in einen Triumph des Willens: Yes we can!

 

Film: Children of Men, Alfonso Cuaron, USA 2006

 

Nach der Pause: Gespräch mit Michael Hochgeschwender, Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte an der Ludwig-Maximilian Universität München.

Messias 2: Das grosse Warten

 

Iran und Israel, zwei Nationen, bis aufs Blut verfeindet, doch ihre Religionen sind seltsam wahlverwandt. Schiiten und Juden warten. Die einen seit Jahrhunderten, die anderen seit Anbeginn der Zeit. Das Judentum wartet auf die Ankunft des Messias, die Schia auf die Rückkehr des Mahdi aus der Grossen Verborgenheit.

 

Ein Leben im Zeichen der Erwartung, die Gegenwart als Transitraum, Tagespolitik im Angesicht der Ewigkeit.

 

Film: About Elly, Asghar Farhadi, Iran 2009, Schweizerische Erstaufführung

Nach der Pause: Gespräch mit Katajun Amirpur, Köln, Islamwissenschaftlerin und Professorin für Moderne Islamische Welt an der Universität Zürich, und Raphael Pifko, Zürich, Psychologe und Talmud-Gelehrter.

Messias 3: Freiheit ist männlich

 

Schlechte Nachricht für Gleichstellungsbeauftragte: Jesus war männlich. Zweite schlechte Nachricht: Jeder andere Messias auch. Die Ausnahme bestätigt nur die Regel: ob Jesus, Mohammed, Buddha, ob Ghandi oder Martin Luther King – letzte Gerechtigkeit und Freiheit verkörpert sich immer wieder im Mann.

 

Die schlechte Nachricht als Frohe Botschaft: Wer will schon Gleichheit, wenn er das Glück haben kann?

 

Film: Il vangelo secondo Matteo, Pier Paolo Pasolini, Italien 1964

 

Im Anschluss: Gespräch mit Christian Rutishauser, Bildungsleiter Lassalle-Haus, Zug, und Lehrbeauftragter für jüdische Studien an der Päpstlichen Universität Gregoriana, Rom und an der Hochschule für Philosophie, München.

 

Die Messias-Trilogie wurde durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Lassalle-Haus, Bad Schönbrunn, und der Komun GmbH, Zürich.

 

www.lassalle-haus.org | www.komun.ch

Gäste des Salons:

Katajun Amirpur
Michael Hochgeschwender
Christian Rutishauser
Raphael Pifko

Die Messias-Trilogie entstand in Zusammenarbeit mit:
Komun Gmbh, Zürich
Lassalle-Haus. Zug
RiffRaff Kinos, Zürich

Produktion:
Daniel Hertli