Martin ist wie vor den Kopf geschlagen, als er nach dem Tod seiner Mutter von der Existenz eines Bruders erfährt und dass ihr gemeinsamer Vater ein Italiener war, eine (wahre) Urlaubsliebe in einem Badeort namens Cattolica. Bruder Stefan fällt nicht weniger aus allen Wolken, wusste er doch nicht mal, dass seine Eltern ihn adoptiert haben. Zwei fremde, durchaus unterschiedliche Männer sehen sich plötzlich durch Blutsbande verknüpft. Schwankend zwischen Widerwille und Neugier machen sie sich auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater.

 

In der Art, wie Rudolph Julas "Cattolica" ein potenzielles Familiendrama in ein sanftes Road Movie ummünzt, liegt etwas Betörendes. Zugleich erwachsen und verunsichert gehen Stefan und Martin mit ihrer eigentlich ungeheuerlichen Entdeckung um; aus einer typisch männlichen Mischung aus Konfliktscheu, Ergebenheit und Tatkraft, erwächst ihnen am Ende die souveräne Erkenntnis, dass ein Geheimnis auch ein solches bleiben kann. Dass keine Notwendigkeit besteht, die Existenzen aller Beteiligter umzukrempeln. Dass die Dinge, so wie sie sind, gut sein können. Aufgehoben in schönen Erinnerungen, friedlich der Entdeckung durch kommende Generationen harrend.